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am 29. November

Grüne starten Initiative für Frauen im ländlichen Raum

Lara Köck - Wissenschaftliche Studie gegen Abwanderung soll umgesetzt, engagierte Gemeinden belohnt werden. Grüne fordern umfassende Strategie um Abwanderung der Frauen zu stoppen.

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LAbg. Lara Köck ((c) podesser.net).

Am nächsten Landtagsausschusstag am kommenden Dienstag stellen die Grünen das Thema „Frauen im ländlichen Raum“ in den Mittelpunkt und starten eine entsprechende Initiative unter diesem Titel: Die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck​ bezieht sich in ihrem Antrag (siehe unten) auf die viel zitierte Studie „Gehen oder bleiben?“ der Raumplanerin Dr. Gerhild Weber von der Universität für Bodenkultur in Wien und fordert die Umsetzung der von Weber vorgeschlagenen Maßnahmen gegen die Abwanderung – denn: „Die regionale Abwanderung in die Stadt ist vor allem weiblich!“

„Der Ruf nach Kinderbetreuung oder mehr öffentlichem Verkehr - so notwendig diese Maßnahmen sind - wird nicht ausreichen“, so Köck. Es brauche eine umfassende Strategie. Viele Frauen vermissen Wahlmöglichkeiten, um unterschiedliche Lebensvorstellungen realisieren zu können, schreibt Weber in ihrer Studie. „Es braucht unterschiedliche Maßnahmen, die jungen Menschen und im speziellen Frauen am Land verschiedene Lebenskonzepte und eine breite gesellschaftliche Struktur eröffnen. Dabei geht es auch um Wertevermittlung und ein Überdenken immer noch vorhandener patriarchaler Strukturen. Gerade die Zusammensetzung von Gemeinderäten in der Steiermark und die geringere Anzahl an Bürgermeisterinnen veranschaulichen die Problematik. Sobald es um die wirklich wichtigen Entscheidungen geht, ist das die Sache von Männern. Frauen wird die Möglichkeit, den Lebensraum Gemeinde mitzugestalten, zu wenig eröffnet. Neben der klassischen Mobilitätsfrage oder Ortskerngestaltung braucht es vor allem atmosphärische Initiativen, die das Selbstbestimmungspotential der Frauen erhöht“, so Köck. Sie fordert einen Mix aus unterschiedlichen Maßnahmen - solche die soziale Räume schaffen, das Miteinander neu aufbrechen, unterschiedliche Lebenskonzepte zulassen, ökonomische Perspektiven schaffen. Zahlreiche Beispiele solcher Maßnahmen finden sich am Ende der Studie von Gerlind Weber. Die Wissenschafterin gliedert diese Maßnahmen in sieben unterschiedliche Kategorien: Atmosphärisches/Identifikationsbildung, Freizeitgestaltung/Ehrenamt, Mobilität, Versorgungsqualität/Organisation des täglichen Lebens, Wohnraum, Ausbildung/Arbeitsplatz/Weiterbildung, Partnerschaft/Familie/Kinderbetreuung. Diese reichen von Umnutzung von Leerständen in niederschwellige, konsumfreie Frauentreffpunkte, Öffnung von Vereinsangeboten für Frauen sowie Perspektivenvielfalt als Pull-Faktor für junge Menschen zu erkennen und diesbezüglich Initiativen in der Gemeinde zu setzen bis hin zur Verhinderung der Zersiedelung und Förderung alternativer Mobilitätskonzepte.

Die Grünen fordern den zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreter Schickhofer, der sich ja gerne mit dem Thema Regionen beschäftigt, auf, solche Gemeinden finanziell und inhaltlich zu unterstützen, die Webers Vorschläge konsequent umsetzen möchten.



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