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Naturschutzauflagen in Gössendorf und Kalsdorf nicht eingehalten – Grüne bringen Causa in den Landtag

„Etliche wesentliche ökologische Ausgleichserfordernisse nicht erreicht“: Grünen-Umweltsprecherin Sandra Krautwaschl bringt Landtagsanfrage ein.

Im aktuellen Tätigkeitsbericht von Umweltanwältin Ute Pöllinger​ wird kritisiert, dass die Naturschutzauflagen bei den Kraftwerken Gössendorf und Kalsdorf nicht erfüllt wurden und „und daher etliche wesentliche ökologische Ausgleichserfordernisse nicht erreicht wurden, weil vernichtete Lebensräume nicht wiederhergestellt wurden“, wie es auf Seite 12 des Berichts heißt. Die Grüne Umweltsprecherin Sandra Krautwaschl​ will diese Kritik jetzt zum Thema im Landtag machen und wird eine Anfrage an den zuständigen Landesrat Anton Lang einbringen. Sieben Fragen stellt sie ihm dazu – zum Beispiel: Welche naturschutzfachlichen Maßnahmen wurden im Einzelnen nicht umgesetzt? Welche tatsächlichen Mängel in der naturschutzfachlichen Maßnahmenumsetzung liegen vor? Welche ökologischen Ausgleichserfordernisse wurden dadurch nicht erreicht? Welche Möglichkeiten bestehen, um sicherzustellen, dass die vorgeschriebenen ökologischen Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden? Und sie blickt auch in Richtung eines aktuellen umstrittenen Kraftwerksprojekts: „Wie werden Sie Hintergrund sicherstellen, dass die vorgeschriebenen ökologischen Maßnahmen beim Bau des Murkraftwerks auch tatsächlich umgesetzt werden?“

 Landesrat Lang hat nun zwei Monate Zeit, die Fragen schriftlich zu beantworten. „Die Murauen in Gössendorf und Kalsdorf waren Teil eines der größten und schützenswertesten Auensystems in der Steiermark. Insgesamt 1.414 Hektar Wald erstreckten sich entlang der Mur - große Teile davon wurden für den Bau der Staustufen Gössendorf und Kalsdorf gerodet. Bei den Bauarbeiten, die 2009 begannen, wurde der Wald entlang des Ufers zum Großteil gerodet, die Folgen für den Naturraum der Auen waren bzw. sind gravierend: Ein gesamtes Ökosystem wurde durch die Rodungs- und Bauarbeiten zerrissen und wird nach den Einschätzungen von Umweltschutzorganisationen auch jetzt, nach der Fertigstellung der Kraftwerke, nie mehr seinen natürlichen Zustand erreichen können“, so Krautwaschl, die hofft, dass der Umweltlandesrat die Kritik der Umweltanwältin entsprechend ernst nimmt. (7. November 2017)



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