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Olympia: „Bürgermeister Nagl agiert mit einem Maximum an kaufmännischer Sorglosigkeit!“

Aus Grüner Sicht ist es finanziell nicht möglich, dass die Steiermark Olympische Spiele veranstaltet.

Der Grüne Landtagsklubobmann Lambert Schönleitner​ forderte heute im Landtag im Rahmen einer „Dringlichen Anfrage“ ein „Nein zu einer verantwortungslosen Finanzierung Olympischer Spiele auf Kosten zukünftiger Generationen“​ – aus Grüner Sicht ist es grundsätzlich finanziell nicht möglich, dass die Steiermark Olympische Spiele veranstaltet.

Die Antwort der Landesregierung (im Namen von Landesrat Lang) zur „Dringlichen“ bezeichnete Schönleitner als „sehr sachlich“ – es sei schön zu sehen, dass die Skepsis gegenüber dem Finanzvolumen der Nagl/Winter-Idee auch auf der Regierungsbank angekommen sei und die Budgetdimensionen dieses Projekts durchaus realistisch gesehen werden.

„Die Situation ist so klar, dass wir Grüne nicht einmal eine Volksbefragung brauchen würden: Die Steiermark hat über fünf Milliarden Schulden, Graz hat über eine Milliarde Schulden – aus dieser Sicht ist es für die Steiermark nicht möglich, derartige Spiele auszutragen“, so Schönleitner, der festhielt: „Keine Frage: Von der Grundidee würde jede/r Olympische Spiele unterstützen, aber die Wirklichkeit ist eine andere: 100 % der Veranstalter überschreiten die Kosten fast ums Doppelte“, rief er in Erinnerung – dabei müsse man sich gar nicht am 50-Milliarden-Event in Sotschi 2014 orientieren… Denn die IOC-Kriterien für Spiele sind klar, zählte Schönleitner beispielsweise auf: Man brauche

  • ein Stadion mit 40.000 Sitzplätzen für die Eröffnungs- und Schlussfeier,
  • mindestens vier Hallen (zwei für Eishockey mit 10.000 und 6.000 Sitzplätzen, eines für Eiskunstlauf mit 12.000 Sitzplätzen und eines für Curling mit 3.000 Sitzplätzen),
  • ein olympisches Dorf für 5.000 Personen (AthletInnen und Akkreditierte),
  • sowie zahlreiche weitere Einrichtungen und infrastrukturellen Voraussetzungen, wie ein Pressezentrum mit 20.000 m2 Nutzfläche, 10.000 Zimmer für MedienvertreterInnen, 5.000 Zimmer für Sponsoren, viele tausend Zimmer für ZuseherInnen…

„Das alles verursacht Kosten im Bau – die Studie von Innsbruck, die dort von den Befürwortern (!) in Auftrag gegeben wurde, kam auf Kosten in der Höhe von 1,2 Milliarden Euro ohne Bauten…“, so Schönleitner. Daraufhin haben die TirolerInnen die Bewerbung bei einer Volksbefragung abgelehnt – obwohl Tirol budgetär viel besser dasteht als die Steiermark.

„Es wird in der Steiermark nicht möglich sein, Olympische Spiele auszurichten“, so Schönleitner zusammenfassend um abschließend scharfe Kritik an Graz-Bürgermeister Nagl zu üben: „Die ungelegten Eier des Grazer Bürgermeisters (Bienenstockgarage, Gondelprojekt, Olympia) müssen einmal hinterfragt werden“, so der Grüne Klubobmann, der Nagl „ein Maximum an kaufmännischer Sorglosigkeit“ attestierte: „Das ist unprofessionell, das ist eines Bürgermeisters der zweitgrößten Stadt Österreichs nicht würdig!“ (8. Februar 2018)



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