DIE GRÜNE VERKEHRSWENDE
für mehr Klimaschutz

Der Verkehr trägt maßgeblich zum CO2-Ausstoß bei. Ohne Änderungen in der Verkehrspolitik wird sich der Klimawandel nicht stoppen lassen. Dazu brauchen wir eine echte Verkehrswende. Die wirtschaftliche Entwicklung soll dabei gesichert und Mensch und Umwelt geschont werden.
Die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs haben sich seit 1990 fast verdoppelt, beim LKW-Verkehr sogar verdreifacht. Bereits ein Viertel der CO2-Emissionen gehen auf das Konto des Verkehrs. Die Erdöl-Abhängigkeit unserer Mobilität muss Schritt für Schritt konsequent beendet werden. Die Ausgaben für Autobahnen und Schnellstraßen wurden seit 2000 verdreifacht und steigen weiter rasant an. Der Bund will Jahresraten bis 1,7 Mrd. Euro allein in den Autobahnbau pumpen, obwohl die Verschuldung der ASFINAG längst im dunkelroten Bereich liegt.
Der Verkehr ist auch in der Steiermark bereits jetzt eines der Hauptprobleme für die Umweltbelastung. Er ist Klimakiller Nummer 1. Ohne Trendwende bei den Verkehrsemissionen haben wir keinerlei Chance, in der Steiermark die Kyoto-Ziele zu erreichen. Derzeit werden die Erfolge im Bereich der Energieerzeugung, der Landwirtschaft und der Industrie sowie der KleinverbraucherInnen durch die enormen Zuwächse bei den CO2-Emissionen aus dem Verkehr mehr als zunichte gemacht.
zur Lösung des Feinstaubproblems

Die Steiermark hat ein massives Feinstaubproblem. Im Jahr 2006 wurden in Graz 112 Feinstaubüberschreitungstage gezählt. Im Jahr 2007 waren es 74, im Jahr 2008 53, im Jahr 2009 43, im Jahr 2010 73 und im Jahr 2011 zum Stichtag 04. März bereits 47. Laut einer Studie des Instituts für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien gibt es in Graz 40 vorzeitige Sterbefälle pro Jahr. Trotzdem wurden in den letzten fünf Jahren vom Umweltlandesrat nur zögerlich wirksame Maßnahmen zur Reduktion der Feinstaub-Belastung gesetzt. Auf Druck der Grünen wurde zwar ein erster Schritt Richtung Konkretisierung von problemfeldorientierten Umweltzonen gesetzt, aber nach der Landtagwahl 2010 wollte der neue FPÖ-Umweltlandesrat davon nichts mehr wissen. Es wird ein neues Luftgüteprogramm ausgearbeitet .....
für weniger Lärm

Das Wachstum des motorisierten Individualverkehrs und des LKW-Schwerverkehrs mindert für viele Menschen die alltägliche Lebensqualität und hat gravierende Gesundheitsauswirkungen. Fast zwei Drittel der Bevölkerung ist durch die vielfach unmittelbare Nachbarschaft großer Verkehrswege zu Wohngebieten, Arbeitsstätten, Krankenhäusern, Freizeiteinrichtungen und anderen empfindlichen Nutzungen stark oder sehr stark durch Verkehrslärm betroffen. Nicht nur die Wohnbevölkerung ist stark betroffen auch die stark tourismusorientierte Wirtschaft der Steiermark erleidet enormen Schaden durch die zunehmende Schwerverkehrsbelastung. Die Steiermark braucht dringend wirksame Maßnahmen wie Tonnagebeschränkungen, Mautausweichverordnungen und an bestehenden Straßen wirksame Sanierungskonzepte für lärmgeplagte Gebiete
um Barrieren beseitigen

Mobilität ist einer der wesentlichsten Faktoren unserer Gesellschaft. Nur wer uneingeschränkt mobil ist, kann auch uneingeschränkt am sozialen und beruflichen Alltag teilhaben. Mobilität bestimmt somit entscheidend die soziale und berufliche Entwicklung jedes Einzelnen. Sich ohne fremde Hilfe bewegen zu können, sollte für alle Menschen selbstverständlich sein. Die Möglichkeiten einer frei gewählten Verkehrsbeteiligung sind allerdings begrenzt und nicht für alle gleich gegeben: Vor allem der Zugang zum öffentlichen Verkehrssystem ist für Personen mit Mobilitätseinschränkungen nach wie vor erheblich erschwert.
um Bahn und Bus stärken

Die Grünen wollen das Angebot an Bussen und Bahnen sowohl in den Ballungsräumen (Großraum Graz, Obersteirischer Zentralraum) als auch in den ländlichen Regionen deutlich ausbauen. Der Vollausbau der S-BAHN hat oberste Priorität. Diesbezügliche Investitionen im Bereich der Ostbahn und in der Obersteiermark sind rasch voranzutreiben – eine Taktverdichtung ist auf allen Strecken zu forcieren. Dem Erhalt und der Erweiterung der Schienenverbindungen als Rückgrat eines leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehrs kommt in der Verkehrspolitik prioritäre Bedeutung zu.
Regionalbahnen, oft als „Nebenbahnen“ abgetan, spielen im Bahnnetz eine zentrale Rolle. Neben dem Personenverkehr insbesondere auch für Industrie- und Gewerbebetriebe abseits der Ballungszentren. Angesichts bereits getätigter und drohender ÖBB-Kahlschläge, ist eine „Verländerung“ der ÖBB-Regionalbahnen mit dem Bund zu verhandeln. Eine Übernahme der steirischen ÖBB-Regionalbahnen durch die „Steiermärkischen Landesbahnen“ würde eine nachhaltige Sicherung der Bahnverbindungen mit sich bringen. Die Salzburger Lokalbahn konnte in den letzten 15 Jahren ihr Fahrgastaufkommen von 1,2 Mio. auf nahezu fünf Millionen steigern – sie hat sich damit zur erfolgreichsten Regionalbahn Österreichs entwickelt. Säule dieses Erfolgs ist unter anderem die Einbettung in die Salzburg AG und damit ein eindeutiges Eigentumsverhältnis. Das Land Salzburg hat somit direkten Einfluss auf den Infrastruktur- und Personenverkehrsbetrieb. Das Land Steiermark kann Regionalbahnen effizienter betreiben. Die vorhandene Unternehmensstruktur der Landesbahnen ist dafür bestens geeignet. Die Grünen sind überzeugt, dass mit einer Regionalisierung des Bahnnetzes und einer damit einhergehender Ausschreibung der Bestellleistungen, Regionalbahnen vom Land billiger betrieben werden können. ÖBB und Bund müssen dafür aber ihren Beitrag leisten. „Dem Land Steiermark die Verantwortung für die Nebenbahnen ohne Finanzausgleich zwischen Bund und Land zu übertragen, wäre allerdings eine verkehrspolitische Kindesweglegung und inakzeptabel. Die Wiederinbetriebnahme bzw. Absicherung der Regional- und Nebenbahnen Salzkammergutbahn, Gesäusebahn, Radkersburgerbahn, Vordernbergerbahn hat aus Grüner Sicht oberste Priorität.
Ebenso darf der Bau von hochrangigen Fernverkehrsverbindungen nicht länger auf die lange Bank geschoben werden – die Bahnanbindung der Steiermark an internationale Wirtschaftsräume wurde in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Der zweigleisige Ausbau der Pyhrnbahn, der Bau des Semmeringbasistunnels und des Koralmbahntunnels aber auch die Modernisierung der Ennstalbahn Richtung Salzburg muss angesichts der nahenden Schi-WM in Schladming rasch umgesetzt werden.
In ländlichen Gebieten wollen die Grünen durch flexible Instrumente wie Rufbusse und Anrufsammeltaxis ein attraktives Angebot erhalten bzw. schaffen. Ein regelmäßiger Betrieb auch nach 20 Uhr und an Wochenenden muss möglich sein. Nachtbuskonzepte sind dringend auszubauen.
für eine steiermarkweite "Mobicard"
Eine umfassende Mobilitätscard (Mobicard) bringt einen echten Komfortsprung für alle Fahrgäste. In Form eines preislich attraktiven Ganzjahrespasses für alle Öffis soll die Mobicard vorerst in der Steiermark, später in ganz Österreich (und dem benachbarten Ausland) gültig sein. Die Grünen wollen durch ein gerechtes und überschaubares Tarifsystem mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf Busse und Bahnen bewegen. Nicht „Alles für alle gratis“ sondern eine gerechte Fahrpreisgestaltung auf Basis einer sozialverträglichen Staffelung des Tarifsystems. Ungerechtigkeiten im Zonierungssystem des Verkehrsverbundes müssen umgehend beseitigt werden.
für junge Menschen
Für Schülerinnen, StudentInnen und Lehrlinge soll der Weg zur Bildungseinrichtung generell gratis sein. Die Mobicard soll zu einem preisgünstigen Jugendtarif erhältlich sein, der jungen Menschen in Stadt und Land auch in der Freizeit die Nutzung des ÖV optimal ermöglicht und leistbar macht. Mobil sein heisst frei sein – diese Freiheit sollte keine Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr bedeuten.
für einen ökologischen Gütertransport
Die rapide fortschreitende Verlagerung des Gütertransportes von der Schiene auf die Straße führt zu einer LKW-Lawine. Durch die Fehlinvestition der Mittel in den Straßenausbau kommt die Modernisierung der Bahn insgesamt nicht im erforderlichen Ausmaß voran. Finanzmittel fehlen oder werden für falsche Schwerpunkte wie neue LKW-Transitrouten oder Autoabstellplätze eingesetzt. Der Transport auf der Straße wird trotz höherer Umwelt- und Gesundheitsschäden im Vergleich zur Schiene künstlich verbilligt. Der Großteil der Kosten wird damit auf die Gesellschaft überwälzt. Das Verkehrsaufkommen und damit Emissionen und Gesundheits- und Umweltbelastungen in sensiblen Alpentälern, qualitativen Tourismusregionen, aber auch im Zentralraum Graz, werden dadurch enorm verstärkt.
Die Verzerrungen und Ungerechtigkeiten der letzten Jahre im Güterverkehr müssen dringend überwunden werden. Die Grünen setzen neben der bundespolitischen Forderung nach einer flächendeckenden LKW-Maut auf allen Straßen (mit den Mauteinnahmen könnten wichtige Bahnprojekte finanziert werden) auf Initiativen zur Steigerung der Effizienz des Güterverkehrs und zur Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene. Für mehr Gütertransporte auf der Schiene sind nicht nur Großprojekte nötig, sondern vor allem der Erhalt und Ausbau eines dichten Regionalbahnnetzes sowie eine Reaktivierung und Neuerrichtung von Anschlussbahngleisen für regionale Wirtschaftsstandorte. Die Grünen wollen durch intensive Akquisitionsbemühungen, verstärkte Kontakte zu den Gemeinden, regionalen Wirtschaftsverbänden und IndustrieparkbetreiberInnen und individuell maßgeschneiderte Transportkonzepte eine deutliche Steigerung der Auslastung der Eisenbahnen im Gütertransport erreichen.
um den Weg frei zu machen für Rad und Fuß

Die Grünen wollen die Rahmenbedingungen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen grundlegend verbessern. Von fehlenden oder schlecht ausgebauten Geh- und Radwegen über nicht barrierefrei abgesenkte Bordsteine und fehlende Radabstellanlagen bis hin zur massiven Fehlnutzung von Geh- und Radwegen als Parkplatz besteht hier auf kommunaler und überörtlicher Ebene noch großer Handlungsbedarf. Mit einem Maßnahmenpaket werden die Grünen die Förderung des Radverkehrs im Alltags- und Freizeitverkehr bündeln. Radfahren und Gehen leisten einen hohen Anteil am Erhalt unserer Gesundheit und mindern somit volkswirtschaftliche Folgekosten. Es braucht dringend den Ausbau des gesamten Landesradwegenetzes.
Priorität muss dabei der Alltagsradverkehr haben. Überdachte und sichere Radabstellanlagen bei Bahnhöfen (Bike and Ride) müssen selbstverständlich werden. Ebenso Ladestationen für E-Fahrräder. Es braucht in allen steirischen Gemeinden ein Förderprogramm für die Umsetzung eines lückenloses barrierefreien Fußwegenetzes. Die Grünphasen bei Ampelregelungen sind auszuweiten.
um unsinnige "Transitprojekte" zu stoppen

Die Grünen fordern einen umgehenden Stopp aller Schnellstraßen- und Autobahnprojekte in der Steiermark. Die zunehmende Belastung der Bevölkerung durch den LKW-Schwerverkehr ist kein Naturgesetz – sie ist das Ergebnis einer jahrelang verfehlten Verkehrsplanung, die ausschließlich die Bedürfnisse der Frächterlobby im Fokus hatte. Auch für die Steiermärkische Landesregierung bedeutet Verkehrsplanung nach wie in erster Linie Straßenbau. Anstatt mit der Bevölkerung menschnegerechte Verkehrslösungen intermodal - also am Bedarf orientiert und systemübergreifend - zu planen, wird nach wie vor ausschließlich auf den Bau neuer Hochleistungsstraßen gesetzt. Noch mehr Straßenangebot, bringt noch mehr Verkehr. Wir dürfen die Fehler Tirols aus dem vorigen Jahrhundert in der Steiermark nicht wiederholen. Es ist absurd, dass die steirischen Transitachsen von ÖVP und SPÖ im Gesamtverkehrskonzept festgeschrieben wurden und der Schnellstraßen- und Autobahnausbau skrupellos forciert wird. Dazu zählen die geplante Fürstenfelderschnellstraße (S 7), die Murtalschnellschraße (S 36 und S 37) sowie die Ennstal-Schnellstraße. Die Gelder, die für den Ausbau der Transitrouten auf der Straße eingesetzt werden, fehlen für lokal notwendige Lösungen wie gezielte Ortsumfahrungen und Verkehrssicherheitsmaßnamen. Wir brauchen Verkehrslösungen, die der Vor-Ort-Wirtschaft dienen und dem ökologisch und ökonomisch schädlichen Transit- und Durchzugsverkehr den Riegel vorschieben. Es braucht wirksame Beschränkungen für den Schwerverkehr, wie Tonnagebeschränkungen, Mautausweichverordnungen, Nachtfahrverbote und langfristig eine flächendeckende LKW-Bemautung, die
um das erfolgreiche Grazer Modell auf die Steiermark zu übertragen
Grüne Verkehrspolitik bringt den Menschen was. In Graz ist seit den Gemeinderatswahlen im Jänner 2008 Vizebürgermeisterin Lisa Rücker für die Verkehrspolitik zuständig. In nur zwei Jahren ist eine Trendwende eingeleitet worden, in denen nicht der PKW sondern die Mobilitätsbedürfnisse aller im Mittelpunkt stehen – ob als RadfahrerIn, FußgängerIn oder NutzerIn der Öffis.
Die Leitziele der Verkehrspolitik (im Koalitionsvertrag verankert) bestehen darin, dass eine weitere Zunahme des motorisierten Individualverkehrs verhindert und der Anteil an ÖV, RadfahrerInnen und FußgängerInnen in Graz erhöht werden soll. Eine Verschiebung des Verhältnisses zwischen motorisiertem Individualverkehr und Umweltverbund von derzeit 48:52 auf 40:60 soll erreicht werden. In der Stadt- und Verkehrsplanung wird die Stadt der kurzen Wege wieder in den Vordergrund rücken. Kindern wird in Zukunft verstärkte Aufmerksamkeit in der städtischen Verkehrspolitik geschenkt. Eine verbesserte regionale Zusammenarbeit soll Mobilität auch über die Grenzen von Graz hinweg ermöglichen.
Was wurde bisher in Graz mit grüner Verkehrspolitik erreicht:
Mit dem Fahrrad:
- Bessere Finanzierung durch Kooperation mit dem Land Steiermark
- Einrichtung von 13 neuen Hauptradrouten bis nach Graz Umgebung
- Fortsetzung des Radwegeausbauprogramms
- Teilöffnung der FUZOS für den Radverkehr
- Schaffung von zusätzlichen Abstellplätzen
- Rote Markierungen an unsicheren Stellen
- Juli 2009: Graz wird erstmals Radhauptstadt Österreichs
Zu Fuß:
- Bessere Beleuchtung für Schutzwege
- Sicherheitsprogramm für gefährliche Kreuzungsbereiche
- Einführung von fußgänger- und radfahrerInnenfreundlichen Ampelschaltungen
- Gehsteigausbauoffensive
- Verkehrsberuhigungsprogramme mit BürgerInnenbeteiligung „Zeit für Graz“
Mit Bim und Bus:
- Beschleunigungsprogramm für den Busverkehr
- Ausbau des Abendverkehrs der Linien 33, 85, 67
- Anbindung von Hart/Autal und Hausmannstätten an das städtische Liniennetz
- Einführung eines neuen 3-Tagestickets
- Bim for two von November bis März – eine Person fährt gratis
- 100 Euro Mobilitätsscheck für Studierende
Bei der Parkplatzsuche:
- Erweiterung der Grünen Parkzonen
- Anpassung der Parkgebühren
- Einführung Handyparken
- Neue, zentrale Standorte für Carsharing




