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Offener Brief an „Steirerkrone“-Chefredakteur Christoph Biró

Die Grüne Landtagsabgeordnete Sabine Jungwirth ersucht „Steirerkrone“-Chefredakteur Christoph Biró um Antworten nach dessen „Kommentar“ am Sonntag.

Die Grüne Landtagsabgeordnete Sabine Jungwirth wendet sich heute per offenen Brief an „Steirerkrone“-Chefredakteur Christoph Biró und fordert ihn auf, die Quellen, auf denen sein sonntäglicher Kommentar auf Seite 18 beruht, offenzulegen. Hier Jungwirths Schreiben im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Biró,

am 25. Oktober schrieben Sie in der ,Steirerkrone‘ einen ,Kommentar‘, der mich, gelinde ausgedrückt, sehr nachdenklich zurückließ. Um Ihrer Forderung nach der Schließung der Grenzen Nachdruck zu verleihen, zählten Sie eine Reihe von Vorkommnissen auf und stellen diese als Tatsachen dar. Viele Ihrer Beispiele kursieren schon seit längerem auf diversen ,Hass-Seiten‘ in den sozialen Netzwerken und wurden von der Polizei beziehungsweise den Behörden bereits deutlich dementiert.

Ich ersuche Sie daher, Ihre Quellen für Ihre Behauptungen offenzulegen und meine Fragen dazu an Sie zu beantworten – auch gegenüber Ihren Leserinnen und Lesern, die meiner Meinung nach darüber nicht im Dunkeln gehalten werden sollten.

-      Sie schreiben, dass ,Horden‘ von Flüchtlingen Supermärkte stürmen und sich Waren einfach nehmen würden – doch erst am 24. Oktober kommentierte Fritz Grundnig, Sprecher von Polizei und Innenministerium, auf www.derstandard.at diesbezügliche Gerüchte mit folgenden Worten: ,Die ganzen Meldungen sind ein Blödsinn und dienen nur der Verunsicherung der Bevölkerung.‘ Wie kommen Sie zu Ihrer Behauptung? Wissen Sie mehr als die Polizei und das Innenministerium?

-      Sie schreiben von afghanischen Flüchtlingen, die Sitze in ÖBB-Zügen aufgeschlitzt hätten und dies damit begründeten, sie würden nicht auf Sitzen Platz nehmen wollen, auf denen Christen gesessen seien - ÖBB-Sprecher Christoph Posch sagt dazu im ,Kurier‘: ,Wäre das tatsächlich so, würden von uns keine Sonderzüge mehr fahren.‘ Bereits vor längerer Zeit meinte die ÖBB, als dieses Gerücht erstmals auf Facebook auftauchte, aufgeschlitzte Zug-Sitze kämen eher von Hooligans nach Fußballspielen. Wie kommen Sie daher zu Ihrer Behauptung? Kennen Sie die Züge der ÖBB besser als die ÖBB selbst?

Laut Innenministerium gibt es aktuell übrigens auch keine Anzeigen wegen Sexualstrafdelikten durch afghanische Flüchtlinge.

Sehr geehrter Herr Biró: Die Polizei spricht bereits jetzt davon, dass es einen Riesenaufwand verursache, den vielen Gerüchten in den sozialen Netzwerken nachzugehen und sie abschließend aufgrund ihrer Haltlosigkeit zu dementieren – gleichzeitig verunsichern diese Gerüchte auch viele Menschen und tragen dazu bei, die Gesellschaft zu spalten.

Wir werden die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht bewältigen können, wenn wir auf Hetze statt Hilfe setzen – und darum ist es unabdingbar, bei den Tatsachen zu bleiben und nicht Unwahrheiten und Gerüchte in die Welt zu setzen.

Ich ersuche Sie daher mir mitzuteilen, worauf Ihr ,Kommentar‘ beruht und verbleibe in Erwartung einer schnellen Klärung,

Sabine Jungwirth

Landtagsabgeordnete der Grünen Steiermark“


Hier finden Sie den Brief Jungwirths auf Facebook. (27. Oktober 2015)

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